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Weit mehr als die letzte Ruhestätte

Bundesweite Aktionen sollen am kommenden Wochenende Bedeutung des Friedhofs für die Gesellschaft hervorheben

Mit vielfältigen Aktionen geht am Wochenende bundesweit der Tag des Friedhofs über die Bühne. Dazu gehören vielerorts auch von Friedhofsgärtnern angelegte Schau- und Mustergräber. Foto: dpa

„Natürlich erinnern“. Unter diesem Motto steht der Tag des Friedhofs, der am kommenden Wochenende, 18. und 19. September, wieder bundesweit begangen wird.Ein Wochenende lang gibt es landauf, landab ein breit gefächertes Programm, das von Führungen über Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Mitmachaktionen reicht, mit denen man den Friedhof ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken will – als grüne Oasen der Gartenkultur, als Ort der Erholung und des Gedenkens.   

Ort des Verweilens
Ins Leben gerufen wurde der Tag des Friedhofs 2001 vom Bund deutscher Friedhofsgärtner. Seitdem findet das Aktionswochenende alljährlich statt – in Zusammenarbeit mit Steinmetzen, Bestattern, Floristen, Religionsgemeinschaften, Städten und Gemeinden. Ziel ist es, den Besuchern die Bedeutung des Friedhofs als letzte Ruhestätte, aber auch als Ort der Trauerbewältigung und des Verweilens näherzubringen. Außerdem wollen die Veranstalter auf diese Weise den Umgang mit den Themen Trauer und Tod enttabuisieren.

„Natürlich erinnern“. So vielfältig wie Friedhöfe sein können, so vielfältig ist auch das Motto. Denn Friedhöfe sind vor allem Orte der Stille und Erinnerung. Aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt. Es gibt sogar Friedhofscafés. in denen sich Hinterbliebene zum gemeinsamen Austausch treffen können.

Auf dem Friedhof wird oftmals neuer Mut gefasst und neue Hoffnung geschöpft und ja, mitunter wird dort auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden deshalb auch das ganze Jahr über Veranstaltungen statt oder die geschichtsträchtigen Orte werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet.

Doch Friedhöfe haben nicht nur einen unschätzbaren Wert für Menschen. Sie sind aus ökologischer Sicht auch für Tiere und Pflanzen von großer Bedeutung, fungieren zudem gerade in Großstädten als grüne Lunge, als Park, der Ruhesuchenden Erholung vom hektischen Alltag bietet.
   

Vielfältigkeit
Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Dazu finden unter dem neuen Motto Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassen. Andererseits werden fröhliche Kinderaktionen, Konzerte und Lesungen durchgeführt, denn es soll deutlich werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen, eine ruhige Mittagspause verbringen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte.

Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen. Ulrike Kübelwirth
  

INFO Wissenswertes

Mehr zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es online unter www.tagdesfriedhofs2021.de und www.bunddeutscher-friedhofsgartner.de.

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